Zierenberg. Sonntagmorgen, kurz vorm Aufstehen. Bereits um kurz vor acht surren in Zierenbergs Innenstadt Ketten, schnittige Sportbikes rauschen durch die Kulisse, und ungezählte Sportfans in bunten Trikots bevölkern nach und nach den Marktplatz.
Angelockt durch Musik und schrillen Trubel kommen peu-à-peu die Einwohner Zierenbergs aus ihren Häusern, um sportliche Luft zu schnuppern.
Das war das Bild, das sich dem Besucher des mittlerweile 11. Bikemarathons in Zierenberg gestern bot. Den Marathon auf dem Drahtesel hatte wieder mal der örtliche Mountainbike-Club veranstaltet - etwa 800 Radfahrer aus ganz Deutschland und darüber hinaus waren der Einladung gefolgt: „Unsere Teilnehmer besuchen uns aus sämtlichen deutschen Großstädten, aber auch aus Holland, Österreich und Tschechien“, sagte Rennleiter Karl-Heinz Rietze im Gespräch mit unserer Zeitung.
Anspruchsvolles Terrain
Die Mountainbiker-Szene sei eine eingeschworene, und hier in Nordhessen erwarte den Radler ein anspruchsvolles Terrain. „Anders als zum Beispiel in Norddeutschland, müssen die Biker hier bei uns recht bergige Strecken absolvieren“, sagte Karl-Heinz Rietz, und Mitorganisator Gerd Appel ergänzte: „Die Steigungen rund um Zierenberg sind für manchen eine echte Herausforderung.“ Die bergige Landschaft hatte bereits im Vorfeld einen wichtigen Teil der Streckenplanung ausgemacht, denn „die großen Routen führen komplett um Zierenberg herum und sparen keinen der Berge aus“, sagte Rietze.
Ein Marathon für echte Sportskanonen eben. So wie Michael Reick aus Hamburg eine ist. Der 42-jährige Bankkaufmann war am Samstag eigens wegen des Marathons aus der Hansestadt angereist, Ehefrau Melinda und Tochter Jasmin standen am Straßenrand und unterstützten das Familienoberhaupt so gut es ging.
Sport als Ausgleich
„Ich nehme jede Mountainbiketour mit, die in Deutschland und dem angrenzenden Ausland angeboten wird“, sagte Michael Reick. „Ich brauche das einfach als Ausgleich.“
So fuhr der Hanseat auch in Nordhessen schon mehrere Marathons mit, unter anderem in Zierenberg und im Kellerwald. „Und morgen fahren wir gemütlich nach Hause“, sagte Reick, am Dienstag gehe der Job wieder los. Und dann hatte der athletische Banker keine Zeit mehr für die Presse, schwang sich auf den Sattel, die Strecke wartete.
Quellen: Text & Video HNA 22.08.2010
Bild MTB Zierenberg


