Die Geschichte der Bereitschaft Zierenberg

Bereitschaft Zierenberg
Die wichtigsten Ereignisse im Überblick

Gründung des Vaterländischen Frauenvereins vom Roten Kreuz (1889)   
Gründung der Sanitätskolonne (1914)   
Erster Weltkrieg   
Entscheidende Veränderungen durch den Nationalsozialismus
Zwangsweise Auflösung beider Vereine (1938)   
Der Neuanfang (1959)                                                   
Erstes Blutspenden in Zierenberg (1961)                               

  

Der älteste Ortsverein im Kreis Wolfhagen, der in der Stadt Zierenberg, wurde am 18. April 1889 von Frl. Elisabeth Peter, der Schwester des damaligen Metropolitans Adam Wilhelm Peter gegründet. die offizielle Bezeichnung war "Vaterländischer Frauenverein vom Roten Kreuz". Die Zahl der Mitglieder betrug 63. Der Verein hatte sich zur Aufgabe gemacht, die Hausarmen zu unterstützen und die unbemittelten Kranken zu pflegen. Darüber hinaus gaben die Mitglieder. die aus allen Ständen der Stadt stammten, tägliche Mahlzeiten an Kranke und Wöchnerinnen aus. Man richtete Nähabende ein, an denen Kleidung und Bettwäsche für Hilfsbedürftige hergestellt wurden.

Rektor Fritz Hufschmidt war von der Gründung 1889 bis zu seiner Pensionierung Schatzmeister und führte die Geschäfte. Nach dem Tode ihres Bruders im Jahr 1913, zog Frl. Peter nach Obermeiser. Frau Lucke "die Gattin des neuen Pfarrers Thankmar Rudolf Lucke" wurde ihre Nachfolgerin.

Im Jahr 1914 wurde in Zierenberg eine Sanitätskolonne vom Roten Kreuz gegründet. Der Vaterländische Frauenverein vom Roten Kreuz und die Sanitätskolonne waren organisatorisch voneinander getrennt. Den Frauenverein ablag hauptsächlich die freie Wohlfahrtspflege, die Männer in der Sanitätskolonne engagierten sich vorwiegend im Rettungsdienst und Krankentransport, dem Sanitätsdienst bei Veranstaltungen und der Katastrophenhilfe.

Vorsitzender der neu gegründeten Sanitätskolonne war Bürgermeister Wiegand Pitz. Kolonnenarzt war Dr. Werner Schmidt, der Großvater unseres heutigen Bereitschaftsarztes Dr. Werner Schmidt. Kolonnenführer war Martin Borleis, Stellvertreter Christian Rose, Schriftführer und Schatzmeister Franz Butterweck. Die weiteren Mitglieder war Christoph Göbel, Karl Ledderhose, Friedrich Springer, Heinrich Opfermann, Johannes Pötter, Wilhelm Pötter, Wilhelm Gronemeyer, Heinrich Lucan, Heinrich und Karl Umbach. Insgesamt 15 Männer, die sich aktiv im Roten Kreuz engagierten.

Mit Beginn des ersten Weltkrieges erweiterte sich der Aufgabenbereich: Die Frauen strickten Strümpfe für dei Soldaten, sie übernahmen die Betreuung der Verwundeten mit Liebesgaben und Übersendungen von Päckchen an die Kriegsteilnehmer der Heimatstadt.  Nach Kriegsende widmeten sich die Mitglieder besonders der Fürsorge der Kinder. So wurde 1922 die erste Höhensonne mit dem Ertrag einer Sammlung für 71.600 Mark (Beginn der Inflation) angeschafft.

Nach Frau Lucke wurde Frau Marie Seelig, Gattin von Pfarrer Karl Heinrich Gustav Seelig, Vorsitzende des Vaterländischen Frauenvereins. Unter ihrer Leitung wurde ein Babywanderkorb angeschafft, der viel genutzt und bei der Ausleihung stets mit einer neuen Garnitur als Geschenk versehen wurde.

Ab 1931 läßt sich die Geschichte des Roten Kreuzes in Zierenberg dank erhaltener Protokollbücher lückenlos nachvollziehen. 1931 zählte der Verein 51 Mitglieder. Geschäftsführer war Rechnungsrat Nauhaus. Als größere Anschaffung bekam der Kindergarten eine neue Höhensonne. Der Kindergarten wurde jährlich vom 1. Mai an für das Sommerhalbjahr im damaligen Landjugendheim (heute Gaststätte "Zum Bärenberg") eingerichtet. Träger des Kindergartens war der Vaterländische Frauenverein vom Roten Kreuz. Durchschnittlich wurden 30 Kinder betreut.

Das Jahr 1933 brachte einschneidende Veränderungen durch die Machtübergreifung der Nationalsozialisten unter Adolf Hitler. Auch der Vaterländische Frauenverein Zierenberg war durch die Machtübergreifung der Nazis betroffen. Diese negative Zeit wirkte hinein bis in die Vereinsarbeit. Stellvertretend möchte ich mehrere Auszüge aus dem Protokollbuch wiedergeben, die zeigen, wie das nationalsozialistische Gedankengut die Gesellschaft vergiftete.

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"Im Mai 1933 wurde während einer Kaffeetafel von jüngeren Frauen und Mädchen das Horst-Wessel-Lied angestimmt und mit Ernst und selbstverständlicher Würde zu Ende gesungen."

Da wie in allen Vereinen auch im Vaterländischen Frauenverein eine Gleichschaltung des Vortandes stattzufinden hatte, beschloß der Vorstand am 12.06.1933, in der noch zu terminierenden Hauptversammlung geschlossen sein Amt niederzulegen. Zur Hauptversammlung sollte der Führer der Ortsgruppe der NSDAP, Herr Reinhold, eingeladen werden. Gleichschaltung bedeutete, daß mindestens 50 % der Vorstandsmitglieder Parteimitglieder der NSDAP sein mußten. Nachdem der Vorstand seine Ämter niedergelegt hatte, wurde der neue Vorstand auf Vorschlag von Ortsgruppenleiter Reinhold wie folgt gewählt:

1. Vorsitzende Frau "Pfarrer" Seelig
stell. Vorsitzende Frau Schuwirth
Schriftführer und Schatzmeister Herr Rechnungsrat Nauhaus
stell. Schriftführer Frau "Kaufmann" Liese
Beisitzer Frau Nauhaus
Beisitzer Frau "Tierarzt" Burde
Beisitzer Schwester Volkmann
Beisitzer Frau Gieseke
Beisitzer Frau Schwarz
Beisitzer Frau Volkwein

Besuch des Standortlazarettes Kassel 1940
Von links nach rechts: Hermine Göbel, Betty Pläging, Lieschen Opfermann, Marie Strack, Sophie Opfermann. Margarethe Pickhardt, Luise Güldner, Wieschen Rose, Erna Brake, Minna Weste, Brake, Luise Mösta, Gertrud Krug, Christine Pöckler.
 
Am 28. April 1934 feierte der Vaterländische Frauenverein vom Roten Kreuz in Zierenberg sein 45 jähriges Stiftungsfest.

Bild der Sanitätskolonne aus dem Jahr 1934
1.Reihe von links nach rechts: Johannes Pötter, Sanitätsrat Bieber, Vorsitzender Mehrgardt, Kolonnenführer Christoph Göbel, Schreiber ; 2.Reihe: Konrad Opfermann, Sally Holzapfel, Emil Wagner, Fritz Springer, Karl Gunkel ; 3.Reihe: heinrich Scheuermann, Ludwig Butterweck, Heinrich Göbel, Wilhelm Dietrich ; 4.Reihe: Wilhelm Trümper, August Rost, Karl Hedderich

Im Jahr 1935 wurde der Kindergarten wegen zu geringen Interesse geschlossen.

das Jahr 1936 brachte einige Veränderungen im Vorstand des Frauenvereins. Die 1. vorsitzende Frau Seelig und der Schriftführer Herr Nauhaus legten ihre Ämter nieder. Neue 1. Vorsitzende wurde Margarethe Pickhardt, neue Schriftführerin Frau Bürgel. 1937 wurde unter der Leitung der Nazionalsotialistischen Volkswohlfahrt (N.S.V.) wieder ein Kindergarten eingerichtet.

Die letzte Eintragung im Protokollbuch vor dem Zweiten Weltkrieg stammt vom 8. Juli 1937. Dort wurde von einer Abschlußprüfung der Samariterinnen berichtet. Den theoretischen Unterricht erteilte Kolonnenarzt Sanitätsrat Dr. Bieber, der praktische Unterricht wurden durch die Mitglieder der Sanitätskolonne Göbel und Springer gegeben. Die Gemeindeschwester vervollständigte die Ausbildung durch die Unterweisung in der Krankenpflege. 11 Anwärterrinnen unterzogen sich der Prüfung zur Samariterin. Zierenberg war zur Zeit die einzige Gemeinde im Kreis Wolfhagen, in der Samariterinnen ausgebildet wurden.

Es folgten keine weiteren Eintragungen im Protokollbuch. Die schreckliche Zeit des Zweiten Weltkrieges warf seine Schatten schon voraus.

Das Jahr 1937 brachte weitere einschneidende Änderungen in der Rot-Kreuz-Arbeit. Die bisherige Organisationsform des Roten Kreuzes wurde durch das Reichsgesetz über die Neuordnung des Deutschen Roten Kreuzes geändert. die Bezeichnung "Sanitätskolonne" ersetzte man durch "Bereitschaft" ; Samariterinnen des "Vaterländischen Frauenvereins" wurden in "weibliche Bereitschaften" übernommen.

1938 wurde der Vaterländische Frauenverein und die Freiwillige Sanitätskolonne in Zierenberg zwangsweise aufgelöst und Wolfhagen unterstellt. Sämtliches Gerät und alle Ausrüstungsgegenstände kamen nach Wolfhagen. Dies war auch ein Grund dafür, daß die Sanitätskolonne nach Ende des Krieges nicht wieder gegründet wurde. Mit Ausbruch des Krieges wuchsen Aufgaben und Verpflichtungen. Im ehemaligen Amtsgericht wurde ein Hilfslazarett mit 40 Betten uns Spinden eingerichtet. Die Einrichtung wurde jedoch nur einmal benutzt und zwar von alten und Kranken Evakuierten aus dem Saargebiet. Zwölf Helferinnen waren im Kriegseinsatz und viele Helferinnen verrichteten Sonntagsdienst im Stadtkrankenhaus Kassel. Von der Sanitätskolonne ist uns weiter nichts mehr bekannt. Kolonnenführer war bis 1945 Christoph Göbel.

Nach dem Krieg wurde 1949 wieder ein Erste-Hilfe-Kursus durchgeführt und nach erfolgtem Abschluß bestand eine Gruppe von 14 Helferinnen unter Leitung von Frau Pickhardt. Die Gruppe war direkt dem Kreisverband Wolfhagen unterstellt. 1947 - 1952 wurde eine Schulspeisung durchgeführt. Täglich wurden im ehemaligen Reichsarbeitsdienstlager (Haus oberhalb des alten Amtsgerichts in der Burgstraße) 300 Portionen gekocht und an die Schulen in Zierenberg, Oberelsungen, Ehlen, Dörnberg und Burghasungen verteilt. unter der Leitung von Margarethe Pickhardt kochten Erna und Marie Brake. Herr Zängerling fuhr dann die Portionen zu den einzelnen Schulen. Ebenfalls im ehemaligen Reichsarbeitsdienstlager konnten durch Geldspenden des Turnvereins und der Schule ab 1948 jedes Jahr Solbäderkuren für Kinder durchgeführt werden, an denen pro Kur durchschnittlich 50 bis 60 Kinder teilnahmen.
 
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Der Neuanfang 1959

Infolge der Nachkriegsverhältnisse war die Ortsvereinigung Zierenberg nicht selbstständig, die wenigen aktiven Mitglieder waren direkt Wolfhagen angeschlossen.

Im Frühjahr 1959 wurde ein Sanitätslehrgang in Zierenberg unter Leitung von Bereitschaftsarzt Dr. med. Werner Schmidt und Margarethe Pickhardt abgehalten. Nach Abschluß des Lehrganges erfolgte am 28. April die feierliche Neugründung der Ortsvereinigung Zierenberg vom DRK. Als Gäste waren Landrat von Mielecki, Bürgermeister Rudi Walther und Leiter des Jugendrotkreuzes im Kreis Wolfhagen, Gerhard Dahms anwesend.

Die Bereitschaftsräume wurden im früheren Amtsgericht in der Burgstraße eingerichtet. ebenfalls im Amtsgericht befand sich das Solbad unter Leitung von Bereitschaftsführerin Margarethe Pickhardt.

einige Tätigkeiten aus dem Jahr 1961:

- Haussammlung
- 70 Befragungen für den Suchdienst des Deutschen Roten Kreuzes
- 4 Pakete an Hilfsbedürftige
- Sanitätsdienst beim Viehmarkt, bei Sportveranstaltungen, beim Sängerfest, beim        Kreisfeuerwehrverbandstag und bei Blutspendeterminen in Wolfhagen
- freiwilliger Schwesternhilfsdienst im Kreiskrankenhaus Wolfhagen an insgesamt 10 Sonntagen
- 3 Badekuren mit 32 Badetagen im Solbad, welches von rund 60 Kindern in Anspruch genommen wurde

Die Arbeit der JRK-Gruppe wurde eingestellt.

Am 3. Februar 1961 fand in Zierenberg der erste Blutspendetermin statt. 150 Blutspender kamen zur unentgeltlichen Blutspende. ein weiterer Höhepunkt war eine Katastrophenübung des Kreisverbandes in Zierenberg.

Bei der Flutkatastrophe in Hamburg waren vom 17. bis 22. Februar 1962 sieben Helferinnen aus Zierenberg im Einsatz. Frau Zaschka, Frau Thiemig, Frau Buck, Schwester Margarethe (alle Ehlen), Frau Kirchner, Frau Renate Opfermann und Frau Helmi Petruch (aus Zierenberg).

Im November 1963 fand eine Übung zusammen mit der Katastrophenschutz-Einheit des Kreisverbandes Kassel-Stadt auf dem Sportplatz statt.

Im April 1964 feierte die Ortsvereinigung Zierenberg ihr 75jähriges Bestehen. Die Hauptarbeiten in diesen Jahren waren die Solbadkuren. Dienste im Kreiskrankenhaus Wolfhagen, Paketverschickungen in die DDR zu Weihnachten, Blutspendetermine in Zierenberg und Unterstützung bei Blutspendeterminen in Volkmarsen und im Baunataler VW-Werk. Weiter wurde bei Polio-Schluckimpfungen und bei Sportveranstaltungen sowie beim alljährlichen Viehmarkt Dienst geleistet.

1967 wurde die Arbeit des Solbades eingestellt.

Ein wichtiges Ereignis war 1970 die Gründung des Altenclubs.

1972 wurde das Kindersolbad wieder eröffnet. Eine Jugendrotkreuzgruppe wurde in diesem Jahr erneut gegründet. Herr Reckert aus Niederelsungen übernahm die Ausbildung und Leitung der Gruppe.

Marion Crede sollte die zukünftige Leiterin werden.

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Am 22. und 23. September 1979 feierte die DRK Ortsvereinigung ihr 90jähriges Jubiläum. Die Feierlichkeiten begannen bereits am Samstagvormittag mit einer Übung im Bereich der Gesamtschule gemeinsam mit der Feuerwehr Zierenberg. Prominentester Gast war der damalige Sozialminister Armin Clauss. Am Samstagnachmittag folgte ein Mittagessen aus der "Gulaschkanone". Der Nachmittag wurde den Kindern mit Spielen gewidmet. Der Höhepunkt war der Festakt am Samstagabend. Der 1. Vorsitzende, Bürgermeister Georg Hildebrand konnte zahlreiche Ehrengäste aus dem öffentlichen und politischen Leben sowie den damaligen Präsidenten des DRK-Landesverband Hessen, Herbert Dröse, begrüßen. Stellvertretend für alle Mitglieder wurde die Arbeit von Margarethe Pickhardt, Elsa Riebeling, Dr. med. Werner Schmidt sen. und Lehrer Reinhold Baudach hervorgehoben. Herzliche Grüße übermittelte der DRK-Kreisvositzende Oswald Schröder im Auftrag des Kreisverbandes und sämtlicher Ortsvereinigungen, sowie für MdB Rudi Walther, MdL Hartmut Nassauer und MdL Udo Schlitzberger. Für die evangelische Kirchengemeinde und auch im Auftrag der katholischen Kirchengemeinde dankte Pfarrer Wilfried Wicke dem DRK Zierenberg für dei wertvolle Mitarbeit im Altenclub. Lang war die Reihe der Gratulanten: ASB Ehlen und Balhorn, Zierenberger Banken, Bruderschaften, Feuerwehr und alle sonstigen Vereinsvertreter. Nach Vorträgen des Gesangvereins 1860 Zierenberg und des Posaunenchores folgte eine lange Reihe von Ehrungen verdienter Rotkreuz-Kameradinnen und Kameraden.

Im Sommer 1983 fand das erste mal die Blutspende in der neuen Gesamtschule Zierenberg statt.

Ab 1982 wurde auf Antrag der Freiwilligen Feuerwehr Zierenberg beschlossen, daß bei Sirenenalarm das DRK Zierenberg mit ausrückt. Im selben Jahr fand eine Großübung der Region I (Landkreis und Stadt Kassel) unter Beteiligung von Helferinnen und Helfern aus Zierenberg in Vellmar und im Bereich des Hauptbahnhof in Kassel statt. Als Lage wurde eine Bombenexplosion am Bahnhof Niedervellmar angenommen. Fünfzig "Verletzte" mußten versorgt werden. In der darauf folgenden Nacht wurde das Geschehen in den Kasseler Bahnhofsbunker verlagert und fand den Höhepunkt mit einer angenommenen Explosion gegen 02.00 Uhr im Straßenbahntunnel am Hauptbahnhof. Insgesamt waren rund 250 DRK-Mitglieder aus Stadt und Landkreis eingesetzt.

Im Herbst 1984 verstarb plötzlich und unerwartet unser 1.Vorsitzender Bürgermeister Georg Hildebrand. Ebenso verstarb unsere langjährige Bereitschaftsführerin Margarethe Pickhardt. In einer ordentlichen Mitgliederversammlung wurde der neue Bürgermeister Horst Buchhaupt zum 1. Vorsitzenden unserer Ortsvereinigung gewählt.

Ende 1985 wurde seitens der Bereitschaftsmitglieder der Vorschlag gemacht, ein Fahrzeug anzuschaffen.

im Jahre 1987 wurden für die Bereitschaft Zierenberg zwei Funkmeldeempfänger von der Stadt Zierenberg angeschafft. Somit war auch für die Zukunft gewährleistet, daß bei "stiller" Alarmierung der Feuerwehr auch das DRK zur Unterstützung mit ausrückt. Die Anschaffung eines Fahrzeuges nahm langsam konkrete Formen an. Der 1. Vorsitzende Buchhaupt versuchte, einen Zuschuß vom Kuratorium Deutsche Altershilfe zur Anschaffung eines Busses zu bekommen. Gleichzeitig mit der Beschaffung des Fahrzeuges für das DRK plante die Stadt Zierenberg die Bildung eines sozialen Hilfsdienstes der gemeindlichen Krankenpflege. Im Rahmen dieses Hilfsdienstes sollte der DRK-Bus auch eingesetzt werden. Zwei größere Ereignisse aus 1987 müssen noch hervorgehoben werden: Es wurde wieder eine JRK-Gruppe unter der Leitung von Ilse und Walter Fiebig sowie Hans Evers gegründet.

Der lang gehegte Traum eines eigenen Fahrzeuges wurde Wirklichkeit. Das DRK Zierenberg erhielt einen VW-Neunsitzerbus. Finanziert wurde das Fahrzeug durch Spenden des Kuratoriums Deutsche Altershilfe, der Stadt Zierenberg, des Landkreises Kassel, des Landfrauenvereins Zierenberg und verschiedener Sammlungen, z.B. beim Seniorenvormittag des Viehmarktes. Einen weiteren großen Betrag spendete der ehemalige Zierenberger Bürgermeister Fritz Klapp. Die Betriebskosten tragen anteilig der gefahrenen Kilometer de Stadt Zierenberg und die Ortsvereinigung des DRK Zierenberg.

1989 erbrachte die Bereitschaft Zierenberg fast 10.000 Stunden für den Dienst an der Allgemeinheit. Wenn man diese Stunden einmal umrechnet, bedeutet dies, daß man 5 Personen als Vollzeitkräfte das ganze Jahr über einsetzen müßte, um die gleiche Arbeit zu leisten. Im einzelnen wurden Dienst- und Hilfeleistungen bei folgenden Veranstaltungen erbracht: Blutspendetermine, Rettungsdienst und Krankentransport in Wolfhagen, bei verschiedenen Sportveranstaltungen, bei Einsätzen mit der Feuerwehr und beim Viehmarkt. Ebenso bei Bereitschaftsabenden, Erste-Hilfe-, Sanitäts-, Funk-, Betreuungs- und Verpflegungslehrgängen, bei Rettungssanitäterfortbildungen, bei der Hilfszugzentralabteilung in Wolfhagen und bei den Übungen mit der Feuerwehr. Ein weiterer großer Teil der Stunden wurde im Altenclub erbracht.

Quelle: Festschrift "100 Jahre Rotes Kreuz Zierenberg"

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