| "Warum muss man
überhaupt Blut spenden?" |
"Ganz einfach:
Weil es kein künstliches Blut gibt."
Blut ist durch
nichts zu ersetzen, denn Blut ist etwas Lebendiges: es ist ein Organ, das
aus vielen Zellen und Teilchen besteht. Jedes für sich hat eine notwendige
Funktion, wie zum Beispiel den Transport von Sauerstoff und Nährstoffen, die
Abwehr von Krankheitserregern, die Blutstillung und den Wärmetransport
innerhalb des Körpers. Das lebenswichtige Blut mit seinen vielfältigen
Funktionen kann nur der Körper selbst bilden. Deswegen ist es so wichtig,
daß es Menschen gibt, die ihr Blut für Kranke und Verletzte spenden.
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| "Wieso wird denn
soviel Blut gebraucht? Passieren wirklich so viele Unfälle?" |
"Gott sei Dank
nicht."
Statistisch
gesehen wird das meiste Blut inzwischen zur Behandlung von Krebspatienten
benötigt. Es folgen Erkrankungen des Herzens, Magen- und Darmkrankheiten.
Verletzungen aus Sport- und Verkehrsunfällen folgen erst an vierter Stelle.
So erstaunlich es
klingt: Der hohe Bedarf an Blut ist in erster Linie eine Folge des
medizinischen Fortschritts. Viele Operationen, Organübertragungen und die
Behandlung von Patienten mit bösartigen Tumoren sind nur dank moderner
Transfusionsmedizin möglich geworden.
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| "Warum soll gerade
ich spenden? Es gibt doch wohl schon genug." |
"Eben nicht!
15.000 Blutspenden reichen gerade für einen Tag."
Und in den
Spitzenzeiten, zum Beispiel in den Ferienmonaten, sinkt obendrein die Zahl
der Spender. Da kann es trotz eingeplanter Sicherheitsreserven zu
gefährlichen Engpässen in der Blutversorgung kommen. Um das zu vermeiden,
sollte möglichst jeder Mitbürger, der gesund und zwischen 18 und 65 Jahren
alt ist, regelmäßig Blut spenden.
Ob mit Ihrer
Gesundheit alles bestens ist, stellt der bei jedem Blutspendetermin
anwesende Arzt vor der Blutspende fest. Ist alles in Ordnung, können Sie im
Abstand von etwa 12 Wochen bis zu viermal im Jahr 500 ml Vollblut oder
einmal im Monat 600 ml Blutplasma spenden.
Also: Worauf
warten Sie noch? Achten Sie auf die nächsten Blutspendetermine bei Ihrem
Roten Kreuz.
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| "Ja, aber -
schadet Blutspenden denn nicht der Gesundheit?" |
"Nein, keine
Sorge. Ein Blutspender wird sogar 'im Gegenteil' sagen."
Die gespendete
Blutmenge ist im Verhältnis zur Gesamtblutmenge des Körpers so gering, daß
der Verlust vom Organismus schnell wieder ausgeglichen wird. Die für die
Abwehr von Krankheitskeimen besonders wichtigen weißen Blutkörperchen und
die Blutflüssigkeit, das so genannte "Plasma", werden schon innerhalb nur
eines Tages ersetzt, bei den roten Blutkörperchen dauert es etwas länger.
Aber auch während
dieser Zeit können Sie sicher sein: Ihr Wohlbefinden und Ihre
Leistungsfähigkeit werden durch die Blutspende nicht beeinträchtigt. Manche
erfahrene Blutspender berichten sogar vom Gegenteil.
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| "Tut das
Blutspenden weh?" |
"Nein. Außer
einem kleinen 'Pieks' spüren Sie nichts."
Blutspenden ist
ganz anders, als viele Menschen sich das vorstellen: Zuerst einmal machen
Sie es sich auf der Liege bequem. Ein Arzt oder eine ausgebildete
Krankenschwester führt dann die Blutentnahme durch. Bei der Blutspende ist
es nur ein kleiner "Pieks" - dann geht alles wie von selbst. Wenn 500 ml
Blut abgenommen worden sind, wird die Nadel schmerzlos wieder entfernt.
Bei der
Blutplasmaspende ist es auch nur ein kleiner "Pieks". In einer sterilen
Apparatur werden aber die Blutzellen vom Blutplasma getrennt. Die Blutzellen
erhalten Sie zurück, nur das Blutplasma wird entnommen.
Nun können Sie
sich ausruhen. Nach einer kurzen Pause erhalten Sie einen kleinen Imbiss.
Alles in allem
dauert das Blutspenden weniger als eine Stunde, die Blutplasmaspende dauert
etwas länger. Zeit, die Menschenleben retten kann.
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| "Und was habe ich
davon, wenn ich Blut spende?" |
"Wir meinen: Eine
ganze Menge."
Zunächst erfahren
Sie Ihre Blutgruppe mit dem Rhesusfaktor - eingetragen in Ihrem persönlichen
Unfallhilfe und Blutspender-Pass.
Außerdem
durchläuft Ihr Blut für den Empfänger, aber auch für Sie wichtige
Laboruntersuchungen:
- Ein
Antikörper-Suchtest spürt Substanzen auf, die gegen körperfremde
Blutzellen gerichtet sind und bei Bluttransfusionen gefährliche
Zwischenfälle verursachen können.
- Getestet wird
außerdem, ob die Geschlechtskrankheit Syphilis vorliegt oder
- eine
entzündliche Lebererkrankung bzw. eine vorübergehende
Leberfunktionsstörung.
- Ein weiterer
wichtiger Test ist die Untersuchung auf Antikörper gegen die Erreger der
Immunschwäche AIDS (HIV).
Weichen die
Ergebnisse der Laboruntersuchungen von der Norm ab, werden Sie vom
Blutspendedienst unterrichtet, und auf Wunsch wird Ihrem Hausarzt der Befund
mitgeteilt.
Neben dem
Unfallhilfe- und Blutspender-Pass haben Sie also auch noch eine gewisse
Kontrolle Ihrer Gesundheit. Und natürlich das gute Gefühl, einem kranken
Mitmenschen geholfen zu haben.
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| "Warum werden mir
- wenn ich schon freiwillig spende - so viele unangenehme Fragen gestellt?" |
"Weil der Arzt
nur durch eine umfassende Befragung vor der Spende erkennen kann, ob für
Spender oder Empfänger ein Risiko besteht."
Zwei Beispiele:
Ein Herzinfarkt
kann, auch wenn er Jahre zurückliegt, Ursache für einen Zwischenfall während
der Spende sein.
Eine auf einer
Tropenreise erfolgte Malariaansteckung kann viele Monate "stumm" bleiben -
trotzdem kann das Blut des Infizierten die Malaria auf den Empfänger
übertragen.
Die Sicherheit von
Spender und Empfänger erfordert deshalb vor der Blutspende eine intensive
Befragung unter ganz speziellen Gesichtspunkten. Noch viel wichtiger aber
ist das Verantwortungsbewusstsein des Blutspenders, überlegt und ehrlich zu
antworten.
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| "Wozu ist der
'anonyme Selbstausschluss' gut? Ich habe doch schon alle Fragen
beantwortet." |
"Jeder
Blutspender sollte alleine für sich noch einmal sorgfältig überdenken, ob er
möglicherweise ein Risiko eingegangen ist, sich mit dem AIDS-Virus
angesteckt zu haben."
Der Blutspender
muss dann selbst entscheiden, ob seine Spende für die Übertragung
freigegeben werden kann, oder ob sie gesperrt werden muss. Grund dafür ist,
dass eine frische Infektion im Labor erst nach einigen Wochen erkennbar ist.
In dieser Zeitspanne, die die Wissenschaft bisher nicht ausschalten kann,
liegt das Restrisiko, das nur der Spender selbst durch sein Votum
einschränken kann. Wir appellieren deshalb an das Verantwortungsbewusstsein
der Spender, bei dem geringsten Zweifel den anonymen Selbstausschluss zu
wählen. Nur so kann ein Höchstmaß an Sicherheit für den Empfänger
sichergestellt werden.
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| "Warum wird das
Blut denn so aufwendig weiterverarbeitet? Kann man es nicht einfach so, wie
es abgenommen wurde, an Patienten weitergeben?" |
"Weil es aus
vielen Gründen vorteilhafter ist."
Heutzutage wird
nur noch in Ausnahmefällen Vollblut übertragen. Die so genannte
"Hämotherapie nach Maß" bedeutet, dass jeder Patient nur diejenigen
Blutbestandteile erhält, die er aufgrund seines Zustandes bzw. seiner
Erkrankung dringend benötigt. Mit den Präparaten aus einer einzigen Spende
kann so mehreren Menschen geholfen werden. Technische Errungenschaften, die
es erst möglich gemacht haben, das Blut in seine Bestandteile zu zerlegen,
verursachen leider auch einen hohen finanziellen Aufwand. Darüber hinaus
müssen für die verschiedenen Blutzellen und Plasmabestandteile zum Erhalt
ihrer Funktion bei der Lagerung ganz verschiedene Temperaturbedingungen
eingehalten werden. Rote Blutzellen werden bei 4°C frisch gehalten,
Blutplättchen brauchen sogar 20°C, um ihre Funktion nicht zu verlieren,
Blutplasma dagegen kann bei -25°C eingefroren und so länger gelagert werden
als die Zellbestandteile.
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| "Warum gibt es
beim Roten Kreuz kein Geld für die Blutspende?" |
"Blut darf nicht
zur Handelsware werden."
Blut ist durch
nichts zu ersetzen. Deshalb ist Blutspenden eine Hilfe auf Gegenseitigkeit,
aus der niemand einen finanziellen Nutzen ziehen soll.
Unterstützt von
verschiedenen internationalen Institutionen wie der
Weltgesundheitsorganisation (WHO) arbeiten die Blutspendedienste des Roten
Kreuzes weltweit auf der Grundlage strenger ethischer Normen, zu denen auch
das Prinzip der Unentgeltlichkeit gehört. Niemand soll aus finanzieller Not
zur Blutspende gebracht werden. Auch müssen jedem Patienten - ungeachtet
seiner finanziellen Lage - Blut oder Blutprodukte verabreicht werden können.
Dieser ethische
Grundsatz wird von vielen mitgetragen, zum Beispiel auch
- von den
Helferinnen und Helfern des Deutschen Roten Kreuzes, die für ihre
Mitarbeit bei Blutspendeaktionen kein Geld erhalten,
- von den
zahlreichen Firmen und Behörden, die während der Arbeitszeit das
Blutspenden ermöglichen,
- von den Medien,
die kostenlos Anzeigenraum und Sendezeit spenden,
von den
öffentlichen und privaten Einrichtungen, die Räume für Blutspendeaktionen
kostenlos zur Verfügung stellen.
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| "Schön, aber man
hört immer wieder, dass am Blut verdient wird. Stimmt das?" |
"Nein. Die
DRK-Blutspendedienste arbeiten gemeinnützig nach dem Prinzip der
Kostendeckung."
Das heißt: Kosten,
die für die Blutkonserve tatsächlich anfallen, müssen den belieferten
Krankenhäusern in Rechnung gestellt werden. Nicht mehr und nicht weniger.
Diese Kosten setzen sich zusammen aus: Blutentnahme, Aufbereitung,
Laboruntersuchung, Transport, Forschung und Entwicklung, Personal und
Material. Gewinne dürfen DRK-Blutspendedienste als gemeinnützige Einrichtung
nach ihren Satzungen und Gesellschaftsverträgen nicht erzielen.
Darüber wachen
DRK-Gremien, Wirtschaftsprüfungsgesellschaften und die Finanzbehörden.
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| "Gelegentlich hört
man von DRK-Blutlieferungen ins Ausland. Wie kann das sein, wenn doch häufig
wegen Engpässen dringend zum Blutspenden aufgerufen wird?" |
"Bei Bedarf
können überschüssige Blutbestandteile aus der Reserve, die von unseren
Krankenhäusern nicht abgerufen werden, auch Patienten im Ausland helfen."
Entsprechend
seiner gemeinnützigen Satzung und den internationalen Rotkreuz-Grundsätzen
konnte das DRK in den letzten Jahren bei akuten Anlässen, z. B. für
Bürgerkriegsopfer, Flüchtlingskrankenhäuser sowie bei Versorgungsengpässen
im Ausland, Konzentrate roter Blutkörperchen aus der eigenen Notfallreserve
kostenlos zur Verfügung stellen.
Darüber hinaus
unterstützen das DRK und die Rotkreuzgesellschaften der Schweiz, Belgiens
und der Niederlande in einem gemeinsamen Hilfsprogramm seit über 20 Jahren
die Blutversorgung von Krankenhäusern in New York. Die entstandenen Kosten
werden erstattet. Das DRK ist mit ca. 1% der hergestellten
Erythrozytenkonzentrate beteiligt. So können überschüssige Blutkonzentrate
Patienten in einem anderen Land helfen. Oft kann nur so eine lebensrettende
Blutübertragung überhaupt durchgeführt werden.
Diese Präparate
stehen bis zu ihrem Versand den hiesigen Krankenhäusern zur Verfügung. Das
Plasma aus diesen Blutkonserven bleibt in jedem Fall in Deutschland und
trägt somit nur der nationalen Selbstversorgung bei.
Das "Einspringen"
des DRK im Ausland ist keine Geschäftemacherei, sondern ein
selbstverständlicher Beitrag zur Hilfe auf Gegenseitigkeit.
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| "Das DRK behauptet
immer, dass seine Blutspenden sicher seien. Wieso denn eigentlich?" |
"Im nationalen
und internationalen Vergleich repräsentiert das DRK den höchsten
Sicherheitsstandard."
Das haben
offizielle Untersuchungen herausgefunden. Durch zahlreiche Vergleiche wurde
belegt, dass die Unentgeltlichkeit und damit der Verzicht der Spender auf
materielle Anreize ein wesentlicher Sicherheitsfaktor ist. Hinzu kommen:
Freiwilligkeit, sorgfältige Spenderauswahl sowie Dauerspender, die über
Jahre und Jahrzehnte regelmäßig spenden.
Die
Unentgeltlichkeit ist übrigens kein Zweckargument des DRK, etwa um Geld zu
sparen, sondern ein Grundsatz, der aus den bereits genannten Gründen von der
Weltgesundheitsorganisation (WHO), der Internationalen Gesellschaft für
Bluttransfusion und dem Europarat getragen und nachhaltig unterstützt wird.
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| "Aber ein
Restrisiko für Infektionen besteht für den Empfänger immer noch. Wie groß
ist das eigentlich?" |
"Bei uns in
Deutschland zum Glück sehr klein."
Eine absolute
Sicherheit gibt es leider nicht. Bei jeder Krankheit gibt es eine so
genannte "diagnostische Lücke", das heißt einen Zeitraum zwischen der
frischen Ansteckung und der Nachweisbarkeit von Erregern oder Antikörpern im
Labor. Bei HIV-Infektionen liegt diese Lücke zur Zeit bei durchschnittlich
65 Tagen.
Experten geben das
Restrisiko, durch Blutübertragung infiziert zu werden, mit 1:1 Millionen an.
Für Deutschland bedeutet das, dass bei Anwendung von 4 bis 5 Millionen
Blutpräparaten pro Jahr mit 4 bis 5 unvermeidbaren Infektionen zu rechnen
ist.
So furchtbar eine
HIV-Infektion für den Betroffenen ist, bedenken Sie, dass Blutpräparate nur
bei lebensbedrohlichen Zuständen angewendet werden. Im Vergleich zu vielen
anderen Risiken ist das Restrisiko mit 1:1.000.000 sehr klein.
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| "Man hört immer
wieder von AIDS: Kann man sich beim Blutspenden damit infizieren?" |
"Nein, es besteht
für den Blutspender keine Ansteckungsgefahr!"
Alle beim
Blutspenden benutzten Geräte sind steril und werden nur einmal benutzt. Das
gilt selbstverständlich auch für die Blutplasmaspende, bei der die
Blutzellen sofort zurück in den Blutkreislauf des Blutspenders gegeben
werden. Hier ist sogar die Zentrifuge, in der das Plasma (die
Blutflüssigkeit) von den Zellen getrennt wird, ein keimfreies
Einweg-Bauteil.
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| "Man hört, dass
das DRK Blut an die Plasmaindustrie verkauft. Was steckt dahinter?" |
"Das bezieht sich
nur auf den Teil von Blutplasma, der aufgrund von Kapazitätsmangel nicht
selbst weiterverarbeitet werden kann."
Das gespendete
Blut enthält je etwa zur Hälfte Zellbestandteile und Plasma. In diese beiden
Hauptbestandteile wird das Blut frühest möglich aufgeteilt.
Zellkonserven und
gefrorenes Frischplasma werden dann an die Krankenhäuser geliefert. Aus dem
übrigen Plasma werden in aufwendigen Verfahren Spezialpräparate hergestellt.
Lediglich ein Teil
des Plasmas sowie Zwischenprodukte, die aufgrund fehlender technischer
Möglichkeiten oder Kapazitäten nicht beim DRK weiterverarbeitet werden
können, werden an pharmazeutische Unternehmen abgegeben. Vom Plasmaaufkommen
des DRK sind das unter 30%. Der Erlös daraus wird zur Senkung des Preises
für Blutkonserven des DRK verwendet.
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| "Man hört soviel
von Eigenblutübertragungen. Werden fremde Blutspenden dann nicht
überflüssig?" |
"Nein, die
Eigenblutspende ist nur in bestimmten Fällen überhaupt machbar."
Natürlich ist
Eigenblut für eine Reihe von Patienten eine gute Lösung. Allerdings muss die
anstehende Operation bereits mehrere Wochen im voraus planbar sein, und der
Gesundheitszustand des Patienten muss die Entnahme von 2 bis 4 Spenden in
einem relativ kurzen Zeitraum erlauben. Wie sie wissen, ist Blut ja auch nur
begrenzt haltbar.
Die
DRK-Blutspendedienste unterstützen seit Jahren Eigenblutprogramme in den
Krankenhäusern und führen selbst Eigenblutentnahmen durch. Da auch
Eigenblutkonserven zu den Arzneimitteln zählen, müssen auch sie fachgerecht
entnommen, bearbeitet, untersucht und gelagert werden.
Da dies nicht
automatisiert im Routineverfahren, sondern individuell geschieht, sind mit
der Eigenblutentnahme zwangsläufig auch höhere Kosten verbunden. Nicht
benötigtes Eigenblut muss vernichtet werden. Aus Sicherheitsgründen ist eine
Verwendung für andere Patienten nicht erlaubt.
Schätzungen
zufolge können nur 5 bis 15% der Fremdblutspenden durch Eigenblut ersetzt
werden. Ihre Blutspende ist und bleibt also unverzichtbar.
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| "Warum ist die
nationale Selbstversorgung mit Blut so wichtig?" |
"Um ein Höchstmaß
an Sicherheit zu garantieren."
Die Verwirklichung
der nationalen Selbstversorgung ist notwendig, da Hepatitis- und
AIDS-Infektionen in vielen Ländern Europas und in Übersee weitaus häufiger
anzutreffen sind als in Deutschland. Damit beinhaltet importiertes Blut oder
Blutplasma ein deutlich höheres Risiko für Patienten als in Deutschland
gespendetes Blut.
Auch ist nicht
einzusehen, dass ein reiches Land wie die Bundesrepublik sich nicht selbst
versorgen soll. Die Europäische Gemeinschaft hat bereits vor Jahren ihre
Mitgliedsstaaten dazu aufgefordert, die notwendigen Maßnahmen zur
Selbstversorgung auf der Basis der freiwilligen und unentgeltlichen Spende
zu ergreifen.
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