| "Brand in Gebäude"
Um 4.49 h alarmierte die Leitstelle Kassel alle Wehren der Stadt Zierenberg. Das "Treibhaus" in der Dörnbergstraße stand in Flammen. Die Löscharbeiten gestalteten sich durch die Bauweise als schwierig. Alte Balken und ein Lehmfachwerk machten das auffinden von Glutnestern schwer.
Das DRK Zierenberg war mit der Betreuungsgruppe an der Einsatzstelle und versorgten die Feuerwehr mit warmen Getränken und Essen. Die "Helfer vor Ort" überbrücken die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes eintraf als Sanitätsdienst für die Feuerwehr.
Es folgten drei weitere Alarmierungen für Nachlöscharbeiten, um 14.00 h, 16.20 h und 20.30 h.
Auch die DLK Wolfhagen wurde mit der Wärmebildkamera nachalarmiert!
Das DRK verpflegte bis in die Nacht die Feuerwehrleute mit Getränken und Essen.
Bericht HNA 12.11.07
Brand in Diskothek Treibhaus
Feuer in Zierenberger Diskothek - Brandstiftung wird nicht ausgeschlossen
Zierenberg. Um 4.49 Uhr ist am Sonntag die Nacht für die Zierenberger gelaufen. Sirenenalarm reißt die Menschen in der Kernstadt aus ihren Träumen, treibt die Feuerwehrleute zur Eile: Flammen im Treibhaus, einem wuchtigen Fachwerkbau, in den 80er Jahren eine der angesagtesten Diskotheken der Region.
Im Kneipenbereich fressen die Flammen die Einrichtung, nagen an jahrhundertealten Eichenbalken, kriechen zur Decke, wollen weiter ins Obergeschoss, schlagen aus Fenstern zur Straßenseite. Die anrückenden Einsatzkräfte sehen den Feuerschein schon vor dem Eintreffen am Brandort. Dort angekommen geht dem Löschdienst alles flott von der Hand. Wen wundert's, hatten die Zierenberger Wehren doch erst tags zuvor ihre Jahresübung im Stadtteil Oelshausen absolviert. Mit einer ähnlichen Lage. "Wir sind eigentlich noch warm von gestern", sagt Einsatzleiter Jürgen Hartmann, Wehrführer der Kernstadttruppe.
45 Feuerwehrleute aus der Kernstadt und den Stadtteilen Oberelsungen, Oelshausen und Burghasungen bekämpfen unter seinem Kommando die Flammen, die inzwischen durch die Decke ins unbewohnte Obergeschoss geschlagen sind. Die Besatzung des Tanklöschfahrzeugs arbeitet sich unter Atemschutz ins Innere vor. Unterstützung gibt es von Außen durch die Fenster: Wasser satt. Um auch auf Schlimmeres vorbereitet zu sein, wird eine Wasserversorgung zur nahen Warme aufgebaut. Sie ist für die Drehleiter der Wolfhager Stützpunktfeuerwehr gedacht, die allerdings nicht ausrücken muss. Die Zierenberger arbeiten gründlich und wirkungsvoll.
Während dessen steht Irfan Akgöl etwas verlassen in der Nähe des Eingangs. Seit zwei Jahren, erzählt er, sei er Pächter der Disco. Knapp 70 Gäste habe er an diesem Abend gezählt. Gegen 3 Uhr, sagt der 33-Jährige, habe man Feierabend gemacht, abgeschlossen und sei gefahren. Die Polizei habe ihn dann angerufen. "Das ist echt ein Schock", murmelt er und will endlich rein in seinen verkohlten Laden, um sich ein Bild von der Zerstörung zu machen.
Die Zierenberger Wehrleute haben inzwischen die Flammen ertränkt, jetzt gilt es noch, Glutnester aufzustöbern, die sich in Decke und Gebälk verbergen. Dabei unterstützt die Wolfhager Feuerwehr mit ihrer Wärmebildkamera.
Einsatzleiter Hartmann ist zufrieden mit der geleisteten Arbeit. "Wir sind gut aufgestellt", lobt er die Wehren der Stadt. Die Helfer aus den Stadtteilen können gegen 6.30 Uhr abrücken. Den Rest erledigen die Kernstädter dann allein.
Es dämmert. Ein erster Besuch der Kripo. An mehreren Stellen im Erdgeschoss habe es Brandherde gegeben, erfahren die Beamten von den Feuerwehrleuten. "Brandstiftung ist nicht auszuschließen", sagt vorsichtig Walter Weber, Polizeiführer vom Dienst. Genaueres sollen die heutigen Ermittlungen ergeben, auch, ob Wehrführer Hartmann mit seiner Einschätzung, dass der Sachschaden "mehrere Hunderttausend Euro" beträgt, richtig liegt.
|