JRK Kampagnen

Bereitschaft Zierenberg
Bleib COOL ohne Gewalt
Anti-Personen-Minen-Kampagne
Landminen müssen weltweit gestoppt werden!
Kindersoldaten
„Bleib‘ COOL ohne Gewalt!"

Die zunehmende Gewaltbereitschaft – sei es gegen Ausländer/innen, Schüler/innen oder Mitmenschen – ist zu einem großen Problem unserer Gesellschaft geworden. Mobbing in der Schule, Pöbeleien in der S-Bahn und Jackenabzieherei im Jugendclub stehen an der Tagesordnung.

Was geht hier eigentlich ab? Gewalt hat viele Gesichter. Ob zu Hause oder auf dem Schulhof, beim Sport oder in der Kneipe – überall häufen sich Gewalttaten auf ganz verschiedenen Ebenen. Oft sind Jugendliche Täter, aber genauso oft sind sie Opfer.

Was können wir dagegen tun? Mit 110.000 Mitgliedern zwischen 6 und 27 Jahren kann das Jugendrotkreuz eine ganze Menge tun! Unsere Aktionen fassen wir zusammen in unserer aktuellen Kampagne „Bleib' COOL ohne Gewalt!"

Unsere Ziele:
• Kinder und Jugendliche für das Thema Gewalt sensibilisieren

• konstruktive Konfliktfähigkeit bei Jugendlichen fördern

• Handlungsmöglichkeiten entwickeln, die eine Alternative zu Gewalt darstellen

• Bildung von Netzwerken fördern, die Hilfen für Betroffene anbieten

In der Kampagne „Bleib‘ COOL ohne Gewalt!" werden wir zeigen, dass man Streitigkeiten auch ohne Schlägereien und Hass-Parolen schlichten kann. Schließlich sind Konflikte Bestandteil unseres Lebens. Sie sind grundsätzlich nichts Negatives. Vielmehr fördert jeder Konflikt, gegensätzliche Meinungen und Wahrnehmungen zu sehen, Anschauungen zu überdenken und das eigene Tun zu verändern. So gesehen müssten wir Konflikte fördern. Aber das Gegenteil ist oft der Fall. Anstatt Konfliktlösungen zu suchen, werden Konfliktverhinderungsstrategien propagiert.

Doch: Wenn wir klare Alternativen zu Gewalt aufzeigen, können wir erreichen, dass Konflikte nicht mehr mit Faust und Messer ausgetragen werden. Diese alternativen Möglichkeiten entwickeln wir nicht nur in der Theorie, sondern proben sie auch in der Praxis. Und wie tun wir das?

Mit Aktionen, wie sonst?

Unsere Aktionen:
• Trainingsprogramme zur Gewaltprävention

(Coolness-Training, Anti-Aggressions-Training)

Wir geben Konfliktsituationen vor und lassen Jugendliche abwechselnd Opfer- und Täterrollen übernehmen.

Wie verhalte ich mich, wenn mich jemand provoziert? Was mache ich, wenn mich jemand gewalttätig angreift? Wie kann ich mich geschickt wehren? Wie erhöhe ich meine eigene Hemmschwelle?

Wir bilden Multiplikatorinnen und Multiplikatoren aus. Denn: Coolness und der Umgang mit Aggressionen kann trainiert werden.

Wettbewerbe
Gewalt hat viele Gesichter. Wer kann Gewalt am besten im Bild einfangen? Beim Fotowettbewerb und Mal-/Comicwettbewerb sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt. Der Vorteil: für ein echt gutes Motiv muss man sich ganz schön mit dem Thema auseinander setzen. Gute Präsentationsmöglichkeiten sind garantiert!

• Arbeitshilfen
Wo erreicht man die meisten Jugendlichen? Klar, in der Schule und in der Jugendgruppe. Hier trifft sich alles – querbeet. Wir entwickeln Unterrichtsmaterial für Schulen und zeigen hierin zum Beispiel neue Handlungsmöglichkeiten für den Umgang mit Gewalt auf. Ein Muss für jede Lehrerin und jeden Lehrer. Für jede Jugendleiterin und jeden Jugendleiter entwickeln wir eine Arbeitshilfe mit Anregungen zum „spielerischen" Umgang mit Gewalt. Das Ganze perfekt auf die Kids zugeschnitten!

• Video
Zum Unterrichtsmaterial und zur Arbeitshilfe gibt’s auch ein Video! Das Video zeigt Jugendliche, die mit unterschiedlichen Formen der Gewalt konfrontiert werden. Zu Hause, in der Schule, in der City – und plötzlich knallt‘s.

Der Film lässt sich super im Unterricht oder bei verschiedenen Meetings einsetzen. Wir malen nichts schwarz/weiß! Es soll ja auch noch was zu diskutieren geben!

• Öffentlichkeitsarbeit
Ob Flyer, Aufkleber, Poster, Medienkoffer, Gewinnspiele, Chats oder informative Artikel – wir sehen schon zu, dass unsere Kampagne keinem entgeht!





Anti-Personen-Minen-Kampagne
Landminen müssen weltweit gestoppt werden!

Domingo, 12, wollte im Garten Maniokwurzeln ausgraben. Jorge, 10, spielte mit seinen Freunden Fußball auf der Wiese. Antonia, 13, ging zum Fluß, um Wasser zu holen. Ein Kind nach dem anderen erzählt stockend seine kleine alltägliche Geschichte, die in einer schrecklichen Tragödie endete: Explodierende Minen aus einem Konflikt, der offiziell seit Monaten zu Ende war, machten sie im Bruchteil einer Sekunde zu Krüppeln. Jorge mußte ein Bein amputiert werden,; Domingo fehlen ein Fuß und ein Arm bis zum Ellenbogen; Antonia zerfetzte der heimtückische Sprengsatz beide Füße. 10 Millionen der grausamen Waffen lauern nach vorsichtigen Schätzungen des Internationalen Komitees des Roten Kreuzes (IKRK) in Afghanistan, versteckt unter dünner Grasnarbe oder im Sand.  Nach fast drei Jahrzehnten Krieg leben in Angola heute etwa 70.000 Minenopfer. Ein Ende ist nicht abzusehen. Während des dreieinhalbjährigen Krieges wurden etwa 3 Millionen Minen in Bosnien-Herzegowina verlegt - jeden Monat ereignen sich bis zu fünfzig dieser grausamen Verstümmelungen. 

Das Deutsche Jugendrotkreuz möchte es im Rahmen seiner Kampagne gegen Anti-Personen-Minen nicht bei verbalen Bekenntnissen belassen.  Aufgrund der weltweiten Problematik konzentriert sich unser Engagement derzeit auf Afghanistan.  Wir möchten konkret betroffenen Kindern und Jugendlichen helfen!  Wir rufen auf zu einer Spendenaktion, um mit den Spendengeldern dringend benötigte Materialien für die Herstellung von Prothesen in einem Orthopädiezentrum in Kabul kaufen zu können!  Ein zehnjähriges durch Minen verstümmeltes Kind wird in seinem Leben ca. 20 Prothesen benötigen; eine Prothese kostet ca. 40 US Dollar. 

Zu diesem Zweck hat das Jugendrotkreuz bei der Commerzbank AG Bonn das    Sonderkonto: 1234566
BLZ: 380 400 07 „Minenopfer Kabul"

eingerichtet. Oder Ihr nutzt die Möglichkeit der online Spende. 

Alle JRK-Gruppen und Interessierte sind aufgerufen Aktionen zu organisieren;  nur so kann man Unterstützung gegen eine der grausamsten Waffen der „modernen" Kriegsführung gewinnen. Bei der Aktion sollten folgende Ziele verfolgt werden: 

• Öffentlichkeitswirksam auf das Los der betroffenen Kinder und Jugendlichen aufmerksam zu machen,

• über die Folgen von Anti-Personen Minen zu informieren und für deren Verbot einzutreten,

• Spenden für das Orthopädiezentrum in Kabul zu sammeln.

Zur Vorbereitung Eurer Aktion und für weitere Fragen und Tips steht Euch das Deutsche Jugendrotkreuz gerne zur Verfügung. Über Euren Orts-/Kreisverband Organisation könnt Ihr diese Kontakte herstellen oder wendet Euch direkt an:  

Deutsches Rotes Kreuz
Generalsekretariat  - Jugendrotkreuz-
Friedrich-Ebert Allee 71
53113 Bonn

Kindersoldaten
Neue Kampagne des Jugendrotkreuzes ab 1999

Nachdem die Anti-Personen-Minen-Kampagne innerhalb der letzten Jahre überaus erfolgreich im Jugendrotkreuz durchgeführt wurde und eine sehr große Identifikationswelle bei Kindern und Jugendlichen mit sich brachte - bis hin zur Verleihung des Friedensnobelpreises an die weltweit tätigen Campaigner als einen gewissen Höhepunkt - hat der Bundesausschuß des Deutschen Jugendrotkreuzes beschlossen, eine neue Kampagne zum Thema Kindersoldaten durchzuführen. Start der Kampagne wird Januar 1999 sein.

Warum eine Kampagne zum Thema Kindersoldaten"?

Immer mehr Kinder sind in Konflikten, sei es in Bürgerkriegen, Unruhen oder Kriegen, als Soldaten im Einsatz. In rund 25 Ländern kämpfen Kinder unter 15 Jahren mit der Waffe. So weitreichend die Folgen des Einsatzes von Kindern als Soldaten sind, so verschieden und oft schwer faßbar sind die Gründe, daß Kinder zu Soldaten werden. In zahlreichen Fällen werden Kinder zum Dienst an der Waffe zwangsrekrutiert, sie werden entführt und aus ihrem Umfeld gerissen. Eine besonders grausame Methode ist es, die Kinder zu zwingen, eigene Verwandte zu erschießen.

Kein Weg zurück

Damit ist den Kindern jede Möglichkeit zur Rückkehr in die vertraute Umgebung versperrt, sie sind ihres gesamten noch ungefestigten Wertesystems beraubt und werden oft zu besonders unberechenbaren Soldaten. Kinder und Jugendliche werden von kriegführenden Parteien den Erwachsenen vorgezogen, weil sie weniger Ansprüche stellen und besser gehorchen. In den meisten Fällen ist aber keine gewaltsame Rekrutierung erforderlich. Hunger, der Tod der Eltern, Rachegefühle für erlittenes Unrecht oder Vertreibung aus der Heimat sind Gründe, die die Kinder zum Eintritt in die Armee oder Rebellengruppen bewegen.
Kindersoldaten leben oft unter noch schlechteren Bedingungen als die erwachsenen Kämpfer, ihre Tätigkeiten sind vielfältig: von Hilfsdiensten über den Einsatz als Minensucher bis hin zum Kämpfer in vorderster Front reichen ihre Pflichten. Doch die Kinder und Jugendlichen erfahren auch eine gefährliche Form von Solidarität und Sicherheit innerhalb der Armee. Dies und mögliche frühere traumatische Erfahrungen erschwerten die Rückkehr in ein ziviles Leben. Die bewußte Auslöschung gelernter Werte und Normen macht Kinder und Jugendliche oft zu besonders brutalen und skrupellosen Killern, die wahllos ihre Opfer suchen, brandschatzen und foltern.

Mehr Schutz für Kinder!

Die Auswirkungen des Einsatzes von Kindersoldaten sind dramatisch: sie werden um ihre Jugend betrogen, die Reintegration ist äußerst schwierig. Die umfassende Rekrutierung von Kindern und Jugendlichen bringt langfristig immense gesellschaftliche und wirtschaftliche Probleme für das jeweilige Land mit sich. Gegen den Einsatz von Kindersoldaten spricht das Leiden der Kinder, ihrer Opfer und der Gesellschaft. Kinder sind schwache Glieder der Gesellschaft, sie sollten einen besonderen Schutz genießen.

Ziel: Verbot der Rekrutierung von Kindern und Jugendlichen unter 18

Die Rotkreuzbewegung beschäftigt sich seit längerem mit dem Problemfeld Kindersoldaten und der Situation von Kindern im Krieg. Inzwischen beteiligen sich sowohl das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) als auch die Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung an einer Arbeitsgruppe der Vereinten Nationen. Ziel ist die Vorbereitung der Verhandlungen eines optionalen Zusatzprotokolles zur UN-Kinderrechtskonvention, dessen Inhalt das Verbot der Rekrutierung von Kindern unter 18 Jahren und ihre Teilnahme an bewaffneten Konflikten sein soll.

Das Jugendrotkreuz hat beschlossen, eine Kampagne Kindersoldaten" durchzuführen. Zielsetzung/Kampagnenaufbau:

Politische Forderung:

Verbot einer Rekrutierung von Kindern unter 18 Jahren und ihre Teilnahme an bewaffneten Konflikten.

Adressaten dieser Forderung sind

1. Arbeitsgruppe bei den Vereinten Nationen zur Vorbereitung der Verhandlungen eines optionalen Zusatzprotokolls zur UN-Kinderrechtskonvention.

2. Die deutsche Bundesregierung wird aufgefordert, diese Position ebenfalls zu übernehmen und bei den Verhandlungen über das fakultative Zusatzprotokoll zu vertreten und auf andere Staaten Einfluss zur Unterstützung und Unterzeichnung des Zusatzprotokolls zu nehmen.

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